Lunge, Azan

Das Gewebe der Lunge erscheint durch den Anschnitt der vielen Alveolen aufgelockert. Es sind alle möglichen Anteile des stark verzweigten Bronchialbaums unterhalb der Trachea zu finden, die sich in ihrem Aufbau teilweise erheblich unterscheiden und so eine Differenzierung zulassen. Die Lunge ist durch feine, blau angefärbte Bindegewebssepten in Läppchen unterteilt.

Gemeinsam mit den Bronchien und Bronchienverzweigungen verlaufen die Äste der Arteria pulmonalis. Die Venen verlaufen in der Lunge arterienunabhängig.

Außen auf liegt, mindestens auf einer Seite des Schnitts sichtbar, leuchtend blau angefärbt das kollagene Bindegewebe der Pleura visceralis.

Das Lumen der Bronchien im Lungengewebe erscheint im Querschnitt sternförmig, zum Lumen hin liegt respiratorisches Epithel. Die darunterliegende Lamina propria enthält viele elastische Fasern und eingelagerte seromuköse Drüsen. Die hyalinen Knorpelanteile der Lamina fibro-musculo-cartilaginea sind hier nur noch als Knorpelplatten und nicht mehr als vollständige Knorpelspangen ausgebildet. Die wenig ausgeprägte glatte Muskulatur der Tunica muscularis ist zirkulär angeordnet.

Die im Bronchialbaum auf die Bronchien folgenden Bronchioli unterscheiden sich im Wandbau erheblich von dem der Bronchien, es handelt sich also nicht einfach nur um kleine Bronchien.

Das Lumen erscheint sternförmig und wird zunehmend enger. Das jetzt einschichtige Flimmerepithel verliert im weiteren Verlauf des Bronchialbaums in Richtung Alveolen zunehmend an Höhe und wird zunehmend flacher. Becherzellen sind nur noch sehr selten oder fehlen ganz, dafür kommen Keulenzellen (club cells) im Epithel vor, deren Zytoplasma sich kuppenartig ins Lumen vorwölbt. Die dem Epithel untergelagerte Lamina propria ist dünn. Die Tunica fibro-muscularis enthält im Gegensatz zu den Bronchien weder Knorpel noch Drüsen. Die glatte Muskulatur der Tunica muscularis ist kräftig ausgebildet und zirkulär angeordnet.

Im letzten, luftleitenden Abschnitt des Bronchialbaums, den Bronchioli terminales ist das Epithel einschichtig isoprismatisch. Kinozilien und Becherzellen fehlen, dafür gibt es auch hier Keulenzellen. Die Bronchioli terminales gehen als Übergang vom luftleitenden zum gasaustauschenden Teil der Lunge in Bronchioli respiratorii über, deren Wände oft an den Stellen unterbrochen sind, an denen die Ductus alveolares abgehen und hier können schon vereinzelt Alveolen liegen.

Auch in das einschichtig kubische Epithel der Bronchioli respiratorii sind Club-Zellen eingestreut. Die glatte Muskulatur der Tunica muscularis ist nur noch schwach ausgebildet und in einzelnen Bündeln erkennbar.

Der Übergang zu den Ductus alveolares, deren jeweils letzter Abschnitt als Sacculus alveolaris bezeichnet wird, erfolgt abrupt. Die Ductus alveolares haben ein einschichtig plattes Epithel und haben gar keine eigene Wand mehr. Vielmehr werden sie von den dicht zusammen liegenden Alveolen begrenzt, die so auch die Wand der Ductus alveolares bilden. Genauer betrachtet bilden die Basalringe, die als ringförmig angeordnete glatte Muskelzellen um die Öffnungen der Alveolen liegen, diese Begrenzung.

Nebeneinander liegende Alveolen, bilden gemeinsam ein Alveolarseptum, die Wand die die Alveolen voneinander abgrenzt. Hierin sind in einem Netz aus verschiedenen Fasern viele Kapillaren für den Gasaustausch über die Blut-Luft-Schranke verortet. Das Gerüst der Aleveolarsepten besteht aus kollagenen, elastischen und auch retikulären Fasern, was das Vorkommen von Fibrozyten in der Alveolarwand bedingt.

Die Pneumozyten Typ I und die Zellen des Kapillarendothels sind nur schwer voneinander unterscheidbar. Pneumozyten Typ I kleiden als sehr dünnes, einschichtig plattes Alveolarepithel die Alveolen aus. Ihre flachen Zellkerne wölben sich ein wenig ins Alveolarlumen vor. Für die Endothelzellen und Fibroblasten, die innerhalb der Alveolarwand liegen, gilt das nicht.

Die großen kubischen Pneumozyten Typ II mit ihrem runden Zellkern liegen verstreut zwischen den Pneumozyten Typ I und sind oft in den Ecken zu finden, wo die Alveolarsepten zusammentreffen. Sie geben den Surfactant ab, der die Alveolaroberfläche bedeckt. Diese Zellen, die sich ins Alveolarlumen vorbuckeln, sind oft an einem gut sichtbaren Zytoplasmasaum zur erkennen.

Im Alveolarlumen selber befinden sich außerdem lungentypische Alveolarmakrophagen.